in Torre del Lago Puccini, 22. Juli - 21. August 2005
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Festival Puccini Das Puccini Festival und seine Geschichte
"...ich laufe immer vor mich hin und später nehme ich das Boot um die Bekassinen zu vertreiben...Aber einmal im Leben möchte ich gerne hierher kommen und eine meiner Opern unter freiem Himmel hören..."

(Puccini zu Giovacchino Forzano im November 1924 vor seiner Abfahrt in die Klinik in Brüssel, wo er wenig später starb).

Der Komponist der Opern La Boheme und Madame Butterfly, "der sogenannte letzte große Poet des italienischen Melodrams, der größte Opernkomponist unseres Jahrhunderts Italiens und der ganzen Welt (R.Viad), drückte hiermit seinen Wunsch aus, seine geschaffenen Gestalten aufleben zu lassen und sendete damit eine Botschaft...

Diese Worte blieben so eingemeißelt im Herzen Forzanos (Regisseur, Lustspiel- und Textschreiber der "Schwester Angelica" und "Gianni Schicchi"), dass er weniger als sechs Jahre nach dem Tod des Komponisten die Botschaft aufnahm und zusammen mit Pietro Mascagni, einem Studien- und Zimmerkollegen des jungen Puccinis, begann, die ersten Aufführungen der puccinianischen Meisterwerke am Ufer des Sees vor dem Hause des Maestros in die Tat umzusetzen.

Am 24. August 1930, im provisorischenTheater "Carro di Tespi Lirico", mit Hilfe eines auf Pfahlwerk gebauten Bühnenbilds, gab "La Boheme", interpretiert von Rosetta Pampanini, Margherita Carosio, Angelo Mascagni und unter der Regie von Giovacchino Forzano, das Debüt für eines der wichtigsten lyrischen internationalen Festivals.

In 64 Jahren Festivalgeschichte, nachdem die schwierigen Zeiten während des zweiten Weltkriegs überstanden waren, haben sich die weltweit berühmtesten und gefeiertsten Namen der Lyrik auf der Bühne eingefunden, darunter Beniamino Gigli, Ferruccio Tagliavini, Giuseppe Di Stefano, Gianni Raimondi, Franco Corelli, Placido Domingo, Joseè Carreras, Luciano Pavarotti, Gino Bechi, Gian Giacomo Guelfi, Ingvar Wixell und viele andere. Der große Mario di Monaco wählte sich seinerzeit Torre del Lago für den Abschied seiner Karriere mit einer unvergesslichen Interpretation aus dem "Tabarro" aus und Tito Gobbi debütierte hier als Regisseur in "Tosca".

Unvergessliche Frauenrollen übernahmen Magda Olivero, Antonietta Stella, Clara Petrella, Gigliola Frazzoni, Marcella Pobbe, Virginia Zeani und in letztlich Renata Scotto, Raina Kabaivanska, Maria Chiara, Elena Mauti Nunziata, Katja Ricciarelli, Fiorenza Cossotto, Eva Marton und Ghena Dimitrova.

Unter den Direktoren sind hervorzuheben Oliviero De Fabritiis, Francesco Molinari Pradelli, Franco Mannino, Nello Santi, Giuseppe Sinopoli, Daniel Oren und Yuri Ahronovich.

Von 1930 bis heute hat das Puccini Festival 87 Opern hervorgebracht. Die Zuschauerzahl ist enorm: Von 1973 bis 1976 wurden beispielsweise 130.000 Zuschauer gezählt, von 1989 bis 1992 über 120.000, wobei in Betracht zu ziehen ist, dass 1992 nur sieben Opern aufgeführt wurden.

Der größte Teil der ausländischen Zuschauer kommen aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Japan.

Zu den wichtigsten und schönsten Aufführungen zählen die philosophische Turandot von Sylviano Bussotti (1982), die schmucklose und eindrucksvolle von Giancarlo Cobelli (1987), welcher mit dieser Inszenierung den Preis "Abbiati" von der Kritik verliehen bekommen hat, und die "Madame Butterfly", essentiell und poetisch von Pier Luigi Samaritani (1984). Seit den Achtziger Jahren wurde die Organisation des Festivals auf weitere Schauspiele ausgedehnt, darunter Ballett und Opern anderer zeitgenössischer Komponisten Puccinis. Eine außergewöhnliche Inszenierung war beispielsweise "Il Giro di Vite" von Benjamin Britten unter der Regie von Virginio Buecher.

Parallel zu den Aufführungen wurden internationale Treffen organisiert um zu einer umfangreicheren und analytischeren Kenntnis Puccinis und seiner Kompositionen zu gelangen.

1983 fand der erste Kongress zum Thema "Exotismus und Lokalcouleur in der Oper Puccinis" unter Teilnahme des berühmten Mosco Carner statt. 1984 "Puccini und die Textschreibe seinerzeit" unter Vorsitz von Simonetta Puccini, Nichte des Maestros und durchgeführt von Jürgen Maheder und 1985 der Kongress, der dem Thema gewidmet war " Raum für die Musik in Torre del Lago; Feststellungen und Vorschläge aus der Welt der Musik, Städte, Architektur und Soziologie" unter der Teilnahme des Architekten Paolo Portoghesi, Manlio Cancogni, Giorgio Saviane, des Kritikers Duilio Courir und Agostino Palazzo.

In den letzten Jahren setzte sich das Festival auch für neue Talente ein mittels der Organisation von nationalen und internationalen Wettbewerben.

Im Bewusstsein, dass die öffentlichen Gelder nicht ausreichen würden um das Veranstaltungsprogramm im Interesse des Publikums zu erweitern, beschloss das Organisationskomitee des Festivals am 6. Mai 1989 sich mit weiteren 3.500 Gleichgesinnten im ganzen Land zusammenzuschließen und gründete die sogenannte UNICALM (Unione Nazionale Circoli e Associazioni Liriche Musicali - C.P. aperta, 55048 Torre del lago - Lucca - Tel.: 0584/388237): Die Vereinigung die über 165 Vereine und mehr als 65.000 Mitglieder zählt, ist heutzutage offiziell von der Region Toskana anerkannt und konnte schon etliche Erfolge erzielen wie die Herabsetzung der Kartenpreise zu Veranstaltungen der wichtigsten Theater und lyrischen Festivals sowie Vereinbarungen mit Banken, Kunstgalerien, Museen und Hotels.



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